Full text: St. Ingberter Anzeiger

y 
4— 
5 I 
—*9— — 
2 4 35 c* —9 
—— —3 — 4 — „F4— 
—— ——— —34 WM. A v 
—1 384 — — — 9 * —24 — 8 
*134 33— *35 — 1*41 — ——— qg— 9 
—377 —* — — 6 * —*— —9 — —— E 2 44 
D— 663 5338 9* 4 —* * * 4 * F IBR— — 1 85 —3 
—BS38—5 366 —9 * —9 — —55 —8 A1— —3 —32* 
— ———— J 33 * 283834 ———— —*3 
G8— —— 3 g —8 * *8 — —J— * 
* —— sb — —— 5— —5 J— J —8 — — 
— V ⸗ 9 D — S 8* b 8* * —88 7 
—— ⸗ 84 8383— — 
v —— 9 9 
*40 Organ des königl. Autsgerichts St. Ingbert. 
Her „St. Jugberter —— erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. 3 mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗-Blatt und Mittwochs und Samstags 
mit Aufi rirten Beilagen. Das Blatt boftet vierteljährlich 1.4 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 AM. 75 4, einschließlich 40 ⸗ Zustellungsgebuhr. 
Die Sturückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die 
Erpedition Auskunft ertheilt, i5 ⸗, Neklamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 
202. 
25. Jahrg. 
Deutsches Reich. 
Potsdam, 30. Aug. Heute ist Dr. 
beters im neuen Palais vom Kaiser empfangen 
vorden. 
Berlin, 30. Aug. Für die nächste Reichs⸗ 
ragssession ist die Einbringung von Novellen 
um Krankenkassen-und Patentgesetz geplant. 
Mehrere kleinere Vorlagen gehen außerdem dem 
keichstag bei seinem Zusammentritt zu. 
Berlin, 30. Aug. Der „Reichsanzeiger“ 
chreibt im nichtamtlichen Teile: Die am 25. Aug. 
zorgekommenen Ausschreitungen bei der sozial⸗ 
semokratischen Versammlung in Fried⸗ 
ichshain haben, da wegen der Herbstmanbber des 
hardekorps sich in Berlin nur schwache Wacht⸗ 
lommandos befinden, Anlaß gegeben, eine Infan⸗ 
eriebrigade des III. Armeekorps, welche ihre Ueb⸗ 
mngen in der Nähe abhielt, zur Aushilfe in dem 
hdarnisondienst vorübergehend nach Berlin zu 
eben. 
Berlin, 30. Aug Die Brigade des III. 
urmeekorps, welche anläßlich der morgen stattfinden⸗ 
den Cassalle⸗Feier nach Berlin befohlen ist, 
st die zehnte, mit dem Brigadekommando zu Frank⸗ 
utt a. d. Oder. Die Regimenter (12 und 82), 
velche marschbereit sein sollen, sind in den Kasernen 
)es 2. Garderegiments (Friedrichsstraße) und der 
jardefüfiliere (Chausseestraße) untergebracht. 
Kiel, 80. Aug. An dem vom Prinzen 
einrich zu Ehren seiner Gäste gegebenen Abend⸗ 
ssen nahmen theii: der Erzherzog Stephan 
mit seinem Adjutanten, Freiherr d. Sterneck, die 
ftziere des Stabes und der Militärbevollmächtigte 
Freihert von Steininger. Vormittags besichtigten 
ie Offiziere des österreichischen Geschwaders die 
riserliche Werft. 
Kiel, 30. Aug. Nach dem festgestellten amt⸗ 
chen Programm für den Tag der großen 
zlottenssch au wird am 8. September, morgens 
Uhr, die Kaiser⸗Standarte auf der Yachi Hohen⸗ 
elern“ von der Flotte begrüßt. Am Großtopp 
dird gegen 9 Uhr von allen deutschen Schiffen 
e osterreichische Flagge gehißt. Um 9 Uhr schifft 
h Kaiser Wilheim auf der Stationsyacht zur 
jahrt um die vereinigten Flotten ein. Beim Vor— 
hersahten paradiren die Rannschaften der Schiffe. 
lach Veendigung der Fahrt begbt sich der Kaer 
in Bord der „Hohenzollern“ und geht alsbald mi 
ꝛen dereinigten Flotten nach Flensburg, wo gegen 
Uhr abends geautert werden soll. 
vom Auslande soeben eingetroffenen Dame auf. 
Bei näherer Untersuchung derselben in den dazu 
dorhandenen Räumen fand man eine Menge revo— 
utionärer Schriften bei ihr. Stark gefahndet wird 
nach einer der in dem Pariser Nihilistenprozeß freige— 
sprochenen Frauen, die sich über Deutschland nach 
sußland gewandt haben soll. Dabei wird ruffischer— 
seits behauptet, in Berlin habe man sich nicht ab—⸗ 
Jeneigt gezeigt, die betreffende Frau, sollte sie 
deutschen Boden wirklich betreten, zu verhaften und 
den russischen Behörden auszuliefern. Es sollen 
hierfür triftige Gründe vorliegen. 
länglichen, ebenfalls aus dem Fels gemeißelten, 
tleinen Gemächern, von denen aus der ganze Umkreis 
der Burg bis Ohersteinbach zu übersehen ist. Wern 
irgendwo der Dichter des Waltari⸗Liedes fich den 
Schauplatz am Wasichenstein vorgestellt hat, wo 
Held Walter Hildegunde vor König Gunther und 
seinen Franken barg, so muß es hier diese neu 
aufgegrabene Stelle gewesen sein. An Gegenstuden 
fanden sich zahlreiche Geschirrreste, Eisensachen, 
Knochen, eine Lanzenspitze, eine kleine Silbermünze 
Bracteat) u. s. w. Den Ausgrabungen wohnte 
Professor Mehlis bei, der sich zu Schönau in der 
Sommerfrische aufhielt. Die Kosten der Grabungen 
deckte die Regierung der Reichslande. 
— Der Monteur Peter Moher vom Eisenwerk 
Kaiserslautern, welcher von seinem Geschäfte 
nach Tilsit gesandt und von dort nach Oldesloe in 
Schleswig⸗Holstein beordert wurde, hat fich 
auf der Reise dorthin im Eisenbahncoupee erhängt. 
Der Grund für diese unselige That ist bis jetzt 
nicht bekannt, man nimmt jedoch unglückliches Fa- 
milienleben an. 
— Kaiserslautern, 30. Aug. Die 
Maschinenfabrik Gebr. Pfeiffer dahier veran— 
staltet heute Abend für ihre Beamten und Arbeiter 
zur Feier des 25jährigen Bestehens des Geschäftes 
im Karlsbergsaale eine Festlichkeit, bei welcher der 
Gesangverein „Fröhlich Pfalz“ und das „Stadt⸗ 
orchester“ mitwirken. 
— Dem Winzer Johann Georg Schnor in 
dainfeld wurde dieser Tage der fiebente Knabe 
geboren. Der Prinzregent wurde um huldvollste 
Uebernahme der Pathenstelle gebeten. 
— Neustadti, 30. Aug. Zur Ver einig⸗ 
ung der Gemeinden Neustadt und Winzingen 
deschloß gestern der hiesige Stadtrath die von der 
Gemeinde Winzingen gestellten Bedingen anzu⸗ 
nehmen bis auf zwei. 
Der Spitalhof erhält nur die Wasserleitung, 
nicht aber Gas. 
Die Nutzniesung im betrag von jährlich 2000 
Mark aus den Alimentgütern Winzingens wird von 
steustadt ausbezahlt, soll aber auf Antrag des Ad⸗ 
unkien Morsch wie folgt regulirt werden: Es 
'ollen den Ortsarmen Winzingens 10 Jahre lang 
bom Tage der Vereinigung beider Gemeinden 400 
Mark vertheilt, die restirenden 1600 Mark aber 
admasfirt werden. Nach Ablauf dieser Frist soll 
die Vertheilung zu gleichen Theilen an die Armen 
Binzingens und Neufstadts geschehen. 
— Neustadt. Besitzwechsel. Das 
Wohnhaus des Herrn Friedr. Nicolal an der 
Amalienstraße dahier ging einschließlich Keller⸗ 
Inventar für 55000 Mk. in Besitz der Weingroß 
handlung Louis Rosenstiehl dahier über. 
— daßloch. Der neugewahlte Ge— 
meinderath dahier, wurde, nach dem Kur.“, 
seines Amtes laut Verfügung des kgl. Bezirksamtes 
Neustadt a. H. enthoben und der Gemeinderath 
aus der vorletzten Wahlperiode trat an dessen 
Stelle. Wann die hiefige Gemeinderathswahl statt⸗ 
findet, darüber verlautet bis jetzt nichts Naheres. 
Nur das weiß man, daß ehen an der Aufftellung 
der Wahlerliste gearbeitet wird. 
— Deidesheim. Ganze Schaaren von 
Traubenkur⸗Gästen find in Gestalt von Staaren 
bei uns bereits eingelehrt zum Leidwesen sämmt⸗ 
licher Winzer. 
— Ludwigshafen. Unser Stadtrath 
beschloß die durch den Tod Cloßmanns erledigte 
Ddirektorstelle der hiesigen slädtischen Toöͤchter⸗ 
Lotkale und Je Nachrichten. 
* St. Ingbert, 1. Sept. Die Straßen— 
streccke von der Kaiserstraße nach dem Lautzenthal 
resp. dem Bahnhofe wird von morgen ab au 
etwa 10 Tage vom Verkehr abgesperrt sein, 
da morgen mit der Einrüstung des Gewölbes zur 
Verlängerung der Eisenbahnbrücke, nahe der neuen 
Blashütte, begonnen wird. 
* St. Ingbert, 1. Sept. Ein Remonte— 
transport-⸗Kommando des in Meztz gar⸗ 
aisonirenden Dragonerregiments Nr. 9 trifft am 
10. dss. Mts., von Homburg her, hier ein und 
verbleibt bis nächsten Tag hier. Dasselbe besteht 
aus 1 Offizier, 1 Veterinär und 830 Mann, mit 
33 Dienstpferden und 69 Remonten. 
— In Zweibrücen fand gestern zum 
Bedächtnis des Sedantages eine Feier an den 
kriegergräbern statt, woran Zivil- und Militärbe⸗ 
hörden, der Stadtrat, die anwesenden Offiziere und 
Mannschaften, Krieger,, Turn⸗ und Gesangvereine 
heilnahmen. Darnach war Festgottesdienst in der 
Alexanderkirche; nachmittags war Volksfest im 
„Park“, wobei Herr Anwalt Trier die Fest- 
rede hielt. 
— Zweibrücken. Dieser Tage weilte ein 
Japanese, praktischer Arzt von Beruf, in unserer 
Stadt. Derselbe ist ein Mann von 29 Jahren und 
übte während dreier Jahren in seinem Heimathlande 
die ärztliche Praxis aus; er befindet sich nunmehr 
seit dem 1. Januar in Deutschland und besucht, 
um seine medizinischen Kenntnisse zu erweitern, die 
Univerfitäͤt Freiburg. Die gegenwärtigen Ferien 
bringt er mit einem pfälzischen Studienfreund in 
der Heimath des letzteren in Waldfischbach zu. Die 
deutsche Sprache, deren Erlernung er in seiger 
Heimath schon begonnen hatte, spricht er ziemlich 
gut. Seine Familie gehört dem ärztlichen Stande 
an; sein Großvater, ein Greis von 76 Jahren, 
uübt heute noch seine ärztliche Praxis aus. Er ifl 
gebürtig aus Hadsu-Mura in der Provinz 
AssSagegori und heitt Masamitzi Mori. Masamitæi 
ist sen Vorname und heißt zu deutsch ,Rechter 
Weg“ Mori sein Geschlechtsname, heißt auf deutsch 
„Wald“. Er legt ein liebenswürdiges Benehmen 
an den Tag und erweist sich als ein ebenso ge— 
müthlicher wie geistreicher Gesellschafter. 
— Auf der Sagen berühmten Burg Wasischen⸗ 
ste in, die auf der Grenze der Pfalz und des 
Elsasses liegt, fanden in der letzten Zeit Aus⸗ 
grabungen statt. Auf der Ostseite der Felsen⸗ 
hurg legte man eine Fläche von 34 Meter Länge 
hloß. Es fand ich daselbst unter der Schutitdecke ein 
suadratischer Felsenraum, von ein Rundthurm 8 Meter 
Durchmesser, sowie eine aus 26 in den Fels gehauenen 
Z„tufen destehende Treppe. Letztere führt bis zu 
iner Oeffnung, welche fich in einer Hoͤhe von 
iwa 10 Meter über der letzten Treppenstufe befindet. 
Diese Oeffnung führt durch ein Felsenthor zu zwei 
— — 
Ausland. 
Rom, 31. Aug. Infolge eines Wirbel— 
lurmes stürzten in Formodizoldo vier Haufer 
n, wobei achtzehn Personen todt blieben; drei 
hersonen liegen noch unter den Trümmern begraben. 
San Sebaftian, 30. Aug. Die Königin— 
degentin hat das Beglaubigungsschreiben des 
ruernannten spanischen Botschafters in Berlin 
hrafen Bameios unterzeichnet. 
Petersburg, 80. Aug. In Anbetracht der 
worstehenden Kaiserreisen zum Mandver verdoppelte 
ie Polizei die Aufmerkjamteit auf den Frem⸗ 
Aenver Lehr an der Grenze sowohl wie auf den 
neren Bahnen und hatte dabei unerwarteten Er— 
v. Auf einer Siation der Nicolaibahn wurde 
n lange vergeblich gesuchter, in frühere politische 
Auesse vermgellet “Nihirstenfuhrer ben 
et. und sosort nach Peiersburg uberfuͤhrt. In 
tr Grenzfialion Wirballen fiel einem dori R 
Aten Gendarmen die übermäßige Slätke einer