ind seit den letzten 32 Jahren u. A. folgende Angehörige fremder
zprachen in die Vereinigten Staaten eingewandert: Deutsche
„n Preußen und anderen Staaten jetzt vereint als Deutsches Reich)
475,684; von Oesterreich 14,168; aus der Schweiz 64,396
vobon etwa *4 deutscher Zunge, 48,297); zusammen 2,538, 149.
hHagegen Einwanderer französischer Zunge: von Frankreich 251,392;
on Belgien 17,446; aus der Schweiz 16,099; zusammen
85, 137. Skandinavier (aus Dänemark, Norwegen und Schwe—
n, welche meist die norwegische Sprache lesen können) 202,665
—
Vermischt
St. Ingbert, 19. April. Es scheint schon bald mit
em Baue der Kohlenbahn von hier in das angrenzende preußische
—
finden sich einige Herren Ingenieure der Pfalzischen Ludwigs—
zahn hier, um das Terrain zur Anlage des Bahntorbers zunächst
ach Dutweiler zu bestimmen. Nachdem dies geschehen, soll dann
je wir hören, der Bau der Bahn selbst alsbald in Angriff ge⸗
ommen werden. Man darf wohl annehmen, daß derselbe speziell
jr das hiesige Fabrik- und Judustriewesen einen bedeutenden
sortheil nach sich ziehen wird.
St. Ingbert, 17. April. Florenz hat seinen Gabel⸗
erschlucker, und unsere Nachbarstadt Blieskastel hat — nur frei⸗
etwas Gelinderes — einen Nadelverschlucker. Vor einiger
rit brachte nämlich unvorsichtiger Weise ein ehrsamer Blieskasteler
hneidermeister während des Essens seine Nadel mit in den Mund.
dieselbe machte aber nicht mit der andern Ladung die Rutschparthie
mden Magen mit, sondern legte sich im Schlunde quer, drückte
h dann nach und nach durch die Wand der Speiseröhre und
cndet jetzt wie ärztliche Untersuchungen erwiesen, in der Musku—
nur der Halsgegend zwischen Oberhaut und Speiseröhre. Hier
l sie gerade keine sonderlichen Schmerzen verursachen und kann
et Betreffende nach wie vor seine Arbeiten verrichten. — Wird
ieser Blieskasteler Nadelverschlucker auch nicht die Berühmtheit jenes
den erwähnten Florentiner erlangen; so halten wir doch den Fall
ir abnorm genug, um ihn hier zu erwähnen.
Dürkheim, 183. April. Sicherem Vernehmen nach be⸗—
chtigt die Stadtverwaltung eine Gewerbschule zu errichten und
ai zur Erledigung der nöthigen Vorarbeiten schon im vorigen
ahre eine Kommission gewählt.
p Den ersten Schuß im deutsch-französischen Kriege hot be—
unntlich der Wachtmeister Schrann z vom 7. preuß. Uhlanen⸗
deg. gethan, als in der Nucht vom 18/19. Juli 1870 franzö—
sche Chasseurs à cheval bei Saarbrücken eine deutsche Rekognos⸗
cungs·Patrouisle augriffen, die Zollkasse plünderten und zwei
zrenzveamte mitfortführren. Wachtmeister Schranz, der bereits im
ysize des eisernen Kreuzes, des russ. St. GeorgenOrdens und
em dad. Militär Verdienst-Medasle ist, erhielt nun nachträglich
och Seitens des Kaisers eine Anerkennung in Gestalt eines Re—
olbers von ausgezeichneter Arbeit; der Kolben der Waffe ist aus
itfenbein und kunstvoll verziert und ausgelegt, die Kammer und
et Lauf zeigen in f'inster Ciselirung Scenen aus dem Kriege und
w Bildniß des Kaisers und Köoeigs. Das Ganze befi«⸗det sich
meinem braunledernen, mit dem eisernen Kreuz geschmückten und
zit diolettem Sammt gefütterlen Etui, in welchem auch der Be⸗
äller mit den Patronen sich befindet.
k Die Gemanisirung ElsaßLothringens hat einen
aichligen Schritt vorwärts gethan. Die „Metzer Ztg.“ vom 21.
M. kündigt an: „Großer Muüncheuer Bock Arstich“ und „Baye
ihe Knödelpartie“ in verschiedenen Gasthäusern.
F GOie größten Städte des deutschen Reiches) ordnen sich
ach der Vollszälblung vom 1. Dezember v. J. wie folgt: 1.
itlin mit 228,013 Einwohnern, 2. Hamburg 235. 8605 Ein⸗
nohnern, 3. Breslau 208,025 E., 4. Dresden 177,095 E., 5.
dünchen 169,612 E, 6. Köin 129 251 E., 7. Magdeburg
4.5549 E., 8. Königsbeg 112,123 E., 9. Leipzig 107,575 E.
Hannover (mit Linden) 106,520 E., 11. Danzig 94,377 E.,
. Stuttgart 91,623 E. 13. Frautfurt a, M. 90,748 E. 14.
aßburg 85. 5329 E., 15. Bremen 82,990 E., 16. Nürnberg
2929 E., 17. Steitin 76,154 E. (mit dem ganzen Polizeibezirk
3781 E.) 18. Barmen 75. 074 E, 19. Ältona 73,864 E.
D. Jachen 73722 E. 21. Elberfeld 71,775 E. 22. düsseldorj
2462 E., 28. Chemuns 68, 180 E, 24. Braunschweig 87, 886
25. Crefeld 573350E., 26. Posen 56,932 E., 27. Halle
2408 E. 28. Mauhlhoufen (Eisaß) 52,000 E. 29. össen 31768
80. Weeß 31,107 E. 81. AÄugsburg 60,451 Einwohner.
iherfelde Varinen zusammengenommen würde diese Doppelstadt
146,849 Einwohnern die sechste Stelle zwischen Munchen und
Un, einnehmen.
Von den Wällen des Fort Neuf bei Vincennes find
Auid Nachts sechs bronzene Feldgeschütze gestohlen worden. Es
den gewöhnliche Diebe. die nicht gewohnt sind. sich mit Kleinlqg⸗
kesten abzugeben und die die Kanonen zerschlagen und als altes
Metall verkaufen werden.
F Der Prinz Peter Bonaparte hatte bei dem Tri⸗
hunal in Arhon den Motar Poncelet von Florenville verklagt
vegen 10,000 Frs., die dieser von dem Verkaufspreise der Do—
näne Epioux zurückbehalten haben sollte. Das Tribunal wies die
Tlage des Prinzen ab und verurtheilte ihn zu 5000 Fr. Ent⸗
chädigung an den Notar mit der Motivirung, daß er bei seiner
zrundlosen Beschuldigung mit Leichtsinn und Dristigkeit zu Werke
zegangen sei.
f Aus London wird wiedererum von einem schrecklichen
Morde berichtet. Ein Vaier hatte daselbst seine vier Kiuder ge⸗
mordet und daun sich selbst das Leben genommen.Nicolls, ein
derheiratheter Schuhmachergeselle mit 6 Kindern, hatle vor einigen
Tagen seine Arbeit verloren. Am Montag blieb er in Folge
dessen zu Hause, währeno seine Frau, um kümmerlichen Lebens⸗
interhalt für die ganze Familie zu gewinnen, zum Scheuern aus⸗
zegangen war. Gegen Abend sah ein Nachbar unter der Thür vor
dem Schlafzimmer des Nicolls Blut hervorströmen, und als die
Thür, welche von innen verschlossen war, durch einen Polizeid iener
erbrochen wurde, fand man den Vater und vier seinen Kinder todt
am Boden liegen. Der Unglückliche hatte zuerst den Kleinen und
dann sich selbst mit einem Schustermesser die Gurgel durchschnitten,
jachdem er vorher seine beiden ältesten Töchter non acht und elf
Jahren unter einem Vorwande aus dem Hause geschafft hatte.
Von den Nachbarn wird er als ein sehr braver und nüchterner
Mann geschildert, und das Motiv zur That ist nicht fern zu
uchen, wenn mitgetheilt wird, daß die ganze Familie von acht
Personen oft mehrere Tage lang nichts weiter als ein einziges Laihb
Zrod zu ihrem Lebensunterhalt hatte.
F Bei OtesvilleOrange (im Staate Newyork) hat
nan im Januar in einem Sumvje das vollständige Gerippe eines
Mastodon gefunden, das nach Untersuchungen einer Bostoner Auto⸗
ritat größer sein soll, als das berühmte im Bostoner Museum,
das, in eben derselben Gegend gefunden, bisher für das größte
dieser Mammilien galt; ein Schenkelknochen allein hat 350 PPffd.
Bewicht, das ganze Thier hat eine Höhe von 15 Fuß und eine
Länge von 25 Fuß.
(in guter Rath.) Ein New-Yorker Blatt erzählt:
Zu einem hiesigen Advokaten kam ein in der Stadt wohlbekannter
unger Mann und bat ihn um einen Rath, wie er wohl, ohne
gegen das Gesetz zu verstoßen, eine reiche junge Erbin entführen
önne ? — ‚Dafür wüßte ich nur einen Ausweg,“ sagte der Ad⸗
vokal. „Lassen Sie das Mädchen ein Reitpferd besteigen, während
Sie die Zügel und die Peitsche halten; dann setzen“ Sie sich
ückwärts auf, geben Sie dem Pferde die Sporen und Sie können
agen, daß Sie nur einen Scherz machen wollten, daß aber das
Pferd mit Euch Beiden durchging. In diesem Falle wären Sie
traflos.“ — Am nächsten Morgen erfuhr der Advokat, daß seine
igene Tochter mit dem jungen Manne in der bezeichnelen Weise
‚durchgebrannt“ war.
Lan—wirthschaftliches.
Worms, am 13. April..
Allgemein beachtenswerthe Versuche über das Gypsen des
stlee's Von dem außerordentlichen Vortheile des Frühgypsens im Ver⸗
zleiche zum Spätgypfen überzeugt, hat die höhere landwirthschaftliche Lehr⸗
anstalt in Wormis eine Reihe von Versuchen anstellen lassen, die es verdienen,
nicht nur dem großen Grundbesitzer, sondern auch dem kleinbegüterten, klee—
Janzenden Bauer bekannt zu werden. In 18 verschiedenen Lagen mit von
znander abweichenden Bodenarten der Provinz Rheinhessen und der bayerischen
falz wurden zum Zwecke der Versuche ausgewählte Kleefelder in zwei gleiche
cheile getheilt. Die Theile 1J wurden am 7. Januar. die Theile 2 am 19
April gegypst. Schon bei Beginn des Fruhjahrs zeigten die sämmtlichen,
rühgegypsten Felder im Vergleich zu den spätgeghpfien eine recht kräftige
Intwicklung und der erste Kleeschnitt ergab im Durchschitte berechnet auf 7
dectare, von ersterem 9 Centner Kleehen mehr, als von letzterem. Der Ge—
rauch, den Klee erst im Frühjahre, weunn er bereits im Wuchsen egriffen
st, zu gypsen, rührt noch aus der Zeit her, in welcher die Fruhjsihre größere
Mengen von feuchten Niederschlägen brachten, als es in dem leßten Jahrzehnt
»er Fall war und in welcher man den Nutzen des auf en Klee gesireuien
Bypses nur in der Ammoniakaufsaugenden Kraft erkannte. Jetzt, wo man
veißz, daß der Gyps auch einen lösenden Einfluß auf die Mineralstoffe des
Bodens, insbesondere auf seinen Kaligehalt übt, findet man es mit Recht
iaturgemäßer, den Gyps in einer Zeit auszustreue i, in der für seine Lös⸗
ichwerdung noch Feuchtigkeit genug zu erwarten ist. Wer das Fruhgypsen
joch nicht versucht hat, der probire es. Icdermann wird sich von seiner
Hortheilhaftigkeit überzeugen.
Dienstes éqrichten
Der Polizeianwalt Hermann Welsscch in Pirmasens wurde aus An⸗
uchen in gleicher Eigenschaft nach Ludwigshafen verseßzt.
Der Schulverweser Peter Käisefer von Bließmengen wurde zum Lehrer
n der Schule ——
F. x. Demehz, verantwortlicher Redacteur.